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Gabor A. Nagy

Arbeiten (Auswahl)

Buchstabenmosaik-Gemälde

 

Gabor A. Nagy sagt:

„Im Mittelpunkt meines Interesses steht, sowohl im narrativen, als auch im Sinn der Malerei, die Verwendung von Klischees. Wie kann man Klischees mit Leben und Emotion füllen? Mich interessiert die Erschaffung solcher Atmosphären, in denen sich die einzelnen Elemente in ihre eigenen Gegensätzen verwandeln: das Bestimmte wird zu Unbestimmtem, das Bekannte zu Unbekanntem und das Helle zu Dunklem. Ich versuche in meiner Arbeit das Persönliche mit dem Unpersönlichen, das Spezifische mit dem Allgemeinen zu kombinieren, indem alles bekannt vorkommt, jedoch nichts erkennbar ist.

Meine neuesten Gemälde bestehen aus drei verschiedenen Bedeutungsschichten: die erste Schicht ist die strenge Anordnung von lebhaft bunten, handgemalten Buchstaben, die als mosaikstruktuiertes Bild existiert. Die zweite Schicht ist die Bedeutung der Buchstabenreihen, als kohärenter Text. Die dritte Schicht ist der malerische Kontext der letzten beiden Schichten. Die Bildschicht ist eine Art Oberfläche des Gemälde, indem sich die Bilder der subjektiven Wahrnehmung und die Augenblicke der unpersönlichen Aussenwelt durch die Entleerung der Narration und der Darstellung sowie in den kaleidoskopartigen Anblick der bunten Buchstaben auflösen. Da das exakte Erkenntnis der Darstellung oft in erhöhtem Maße anstrengend ist, gewähren die Bilder Platz für die kreative Phantasie des Betrachters, ihn so in den Schaffensprozess einzubeziehen. In dieser eigenartigen Interaktivität vervollständigt sich die bildliche Welt des Erschaffers mit den Bildern der eigenen Erinnerungen des Betrachters. Die Textschicht, als aus dem ursprünglichen Kontext herausgegriffenes symbolisches oder expressives Inhaltfragment leitet hinter die Oberfläche. Die Bildschicht ergänzend verbinden sich die Textfragmente nie direkt mit der bildlichen Darstellung, ihre Beziehung ist umso mehr konturlos und assoziativ. Manchmal werden bestimmte sich wiederholenden Wörter zum Schlüsselwörter oder die Titel der Bilder helfen die Erkennung der persönlichen Beziehung. Statt die Verwendung der  Medien stammen diese Textfragmente aus wesentlich subjektiveren und umso weniger überprüften Quellen. Sie sind aus verschiedenen Internetblogs und Foren enteignet, indem meine eigenen Ängste und meine Besorgtheit um unsere Welt durch die Wörter realer, lebendiger Menschen kommuniziert werden. Die malerische Kontextschicht wird schliesslich durch den traditionellen Prozess des Malens und durch die Einfügung in die Tradition der Malerei erzeugt. Diese visuelle Struktur kann eine kompakte Form auf den verschiedenen Ebenen des Ausdrucks generieren, von den allerfeinsten bis hin zum radikalsten Stufen.“